Bentley
1919 gründete Walter Owen Bentley die Bentley Motors Ltd. Zwei Jahre später wurde der erste Wagen fertig gestellt, angetrieben von einem 3-Liter 4-Zylinder-Motor. Die Motoren waren dabei in erster Linie das Prunkstück der Bentley Produktion, was zu einer prompten Dominanz im Rennsport führte. Das Langstreckenrennen von Le Mans wurde in den späten 20er Jahren bei 8 Versuchen immerhin fünfmal gewonnen.
In diese Phase fiel auch die Entwicklung eines der heute wohl begehrtesten Bentley-Modelle. 1927 wurde ein Wagen mit einem 4 1/2-Liter 4-Zylinder-Motor vorgestellt. Bei insgesamt 50 dieser Modelle wurde ein Kompressor-Motor aus der Rootes-Fabrikation eingebaut. Die Autos mit dem Namen Blower Bentley hielten den Belastungen eines Renneinsatzes zwar nicht stand, sind heute aufgrund ihrer Seltenheit aber begehrte Sammlerstücke.
Ebenfalls nur in einer äußerst geringen Stückzahl von 100 Stück wurde 1930 noch ein Bentley mit einem 8-Liter 6-Zylinder Motor entwickelt, der sage und schreibe 200 PS leistete. Dieses Modell stellte aber auch den Endpunkt der unabhängigen Bentley Motors Ltd. dar.
Erst pleite, dann vom Rivalen übernommen
1931 wurde Bentley ein Opfer seiner eigenen sehr aufwendigen Produktionsprozesse und musste den Betrieb einstellen. Der Rivale Rolls-Royce übernahm die Marke, allerdings nur, um sie keinem Konkurrenten zu überlassen. Eine eigene Produktion war zu diesem Zeitpunkt nicht geplant. Unter dem kritischen Blick von Firmengründer Walter Owen Bentley, der bis 1936 als Berater bei Rolls-Royce angestellt war, entschied man sich aufgrund der immer stärker werden Nachfrage dann doch dazu, die Produktion wieder aufzunehmen. Dies passierte allerdings nicht mehr am Stammsitz in Cricklewood, sondern in einer Rolls-Royce-Fabrik in Derby. Die so genannten RR-Bentley waren dabei nach wie vor extrem elegant, schnell und – besonders wichtig – anders als die Rolls-Royce.
Dies sollte sich jedoch nach dem Krieg ändern. In der neuen Fabrik in Crewe wurden Rolls-Royce und Bentley nun parallel gebaut und unterschieden sich lediglich durch Details wie der Kühlerfigur.
Bis 2002 fristete Bentley somit ein Schattendasein neben dem Rolls-Royce, aber es war wenigstens noch nicht verschwunden. So kam es denn Anfang des Jahrtausends auch zu einem unverhofften Comeback der Marke Bentley. Grund dafür war eine Übernahmeschlacht zwischen VW und BMW um die beiden vereinten Marken Rolls-Royce und Bentley. Das Resultat war schließlich ein Kompromiss, Rolls-Royce ging zu BMW, Bentley zu VW.
Im Hause Volkswagen werden nunmehr in Crewe also tatsächlich wieder eigenständige Bentley produziert. Noch mit zum Teil großen Anleihen bei den eigenen Modellen oder insbesondere bei Audi, aber das Ziel scheint klar: Die schnellsten in Serie gefertigten Limousinen überhaupt sollen nun entstehen.
Zurück in die Zukunft könnte man fast sagen, aber das war ein anderes Auto...

