Benz
Einer der berühmtesten Personen der deutschen Automobilgeschichte, Carl Benz, gründete 1883 die „Benz & Cie. Rheinische Motorenfabrik in Mannheim“. 1885 war ein erstes Auto produziert, doch Investoren in die junge Firma oder gar Kaufinteressenten fanden sich wenige bis gar keine. Auch die inzwischen in die Automobilgeschichte eingegangene Fernfahrt von Mannheim nach Pforzheim, die Benz´ Ehefrau Bertha 1888 als Werbemaßnahme absolvierte, änderte daran nur wenig.
Erst mit der Erfindung der modernen Achsschenkellenkung wurde die endgültige Transformation von der motorgetriebenen Kutsche hin zum Auto vollzogen. Noch bis zur Jahrhundertwende stiegen die Verkaufszahlen an und auch die Modellpalette nahm stetig zu.
1899 folgte dann – als Weiterentwicklung der Firma – die Umwandlung in eine AG und mit dem Erwerb zusätzlicher Grundstücke in Mannheim sollte der Expansionskurs fortgesetzt werden. Doch durch diese Rechnung machte ausgerechnet der Mann einen Strich, dessen Namen bis heute untrennbar mit Carl Benz verbunden ist, nämlich Gottlieb Daimler. Seine Daimler-Motorenwerke erwiesen sich als immer stärkere Konkurrenz und senkten somit die Verkaufszahlen von Benz erheblich.
Dies änderte sich jedoch 1905 als ein umfassender Umbau der Modell-Palette zunehmend Früchte trug und das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zurückbrachte.
Erfolge auch im Motorsport
Neben immer größeren Limousinen versuchte sich Benz auch mit Sportwagen. Der berühmteste dürfte dabei der 1909 vorgestellte Benz 200 PS sein, besser bekannt als Blitzen-Benz. Die herkömmliche Typenbezeichnung ist dabei fast noch aussagekräftiger, als der Spitzname, denn ein 200 PS-Motor war seinerzeit absolutes Neuland. 1911 schaffte der Blitzen-Benz die unglaubliche Geschwindigkeit von 228,1 km/h.
Den Erfolg, den das Unternehmen in den Jahren 1905-1920 hatte, erlebte der Firmengründer nur noch aus der Ferne. Carl Benz hatte sich bereits 1903 zurückgezogen und 1906 die Carl Benz Söhne gegründet.
So erblieb ihm aber auch der Ärger über Jakob Schapiro erspart, der ungewollt zum Wegbereiter der Fusion zwischen Benz und Daimler wurde. Der Börsenspekulant hatte sich mit windigen Geschäften in beiden Unternehmen Aktienmehrheiten und Einfluss verschafft. Mit seinen Spekulationen brachte er neben einigen anderen Unternehmen auch Benz und Daimler an den Rand des finanziellen Abgrundes. 1924 erschien die Fusion beider Unternehmen der letzte Ausweg zur Rettung und somit entstand mit Daimler-Benz der wohl berühmteste Deutsche Autobauer.
Modelle des Herstellers
18 PS
'Doppelphaeton'
Baujahr: 1905
Der Benz 18 PS ist das Nachfolgemodell des Benz "Parsifal 16/20 PS" von 1908.
20/35 PS Landaulet
Baujahr: 1909
Die Typenbezeichnung "25/30 PS" drückt die seit 1909 üblichen, sogenannten "Steuer-PS" aus, mit der die betreffende Steuerklasse ermittelt wurde. Die Karosseriebezeichnung "Landaulet" stand für ein verdeck über den Rücksitzen (Quelle: mercedesw-Museum).
8/20 PS ZWEISITZER
Baujahr: 1912 - 1918
Für die Kraftstoff-Förderung wurde der durch Auspuffgase erzeugte Druck genutzt.
PARSIFAL 16/20 PS
Baujahr: 1903
Die Parsifal-Modellreihe war die Antwort von Benz & Cie auf die Erfolge der Mercedes Modelle aus Cannstatt, an deren modernen Formen sie sich orientiert. (Quelle: Mercedes-Museum)

