Dodge
Die Gebrüder John und Horace Dodge nahmen mit ihrer Fahrrad- und Maschinenfabrik 1901 die Arbeit in Detroit auf. Aufgrund der hervorragenden Qualität der von ihnen produzierten Kugellager fanden sie in Oldsmobile schnell einen Auftraggeber aus der Automobilbranche.
Ihr Bekanntheitsgrad wuchs so schnell, dass sich Henry Ford bereits 1902 bei den Dodge-Brüdern erkundigte, ob diese an einem Einstieg in sein sich in der Gründung befindlichen Unternehmen interessiert waren. Sie waren und so entstand eine ca. 10jährige Partnerschaft, bei der Dodge als Gesellschafter und Lieferant mit Ford verbunden war.
1913 startete Dodge seinen Weg zum selbstständigen Autohersteller. Dem Dodge Model 30 war auch aufgrund seines Stahlrahmens – die meisten Hersteller setzten noch auf Holz - schneller Erfolg beschieden. Der gute Ruf, den sich Dodge in der zurückliegenden Dekade mit seiner Teileproduktion erwarb, tat sein Übriges und so war Dodge bereits 1916 der Hersteller mit den zweithöchsten Verkaufszahlen in den USA.
Henry Ford war über soviel Konkurrenz im eigenen Hause natürlich alles andere als begeistert. Juristische Auseinandersetzungen endeten in einem „buy-out“: Die Dodge-Brüder erhielten 25 Mio US-Dollar, waren dafür aber ihre Anteile an Ford los. Das Unternehmen stand auf der Sonnenseite, die Position Nummer zwei auf dem US-Markt wurde bestätigt, imageträchtige Einsätze von Dodge-Fahrzeugen im 1. Weltkrieg kamen hinzu. Doch das Glück hielt nur bis 1920.
Tod der Brüder als Anfang vom Ende
Im Januar 1920 starb John Dodge an einer Lungenentzündung, im Dezember desselben Jahres verschied auch Horace an den Folgen einer Zirrhose. Die Witwen der Brüder übernahmen das Unternehmen, verkauften es aber 1925 an die Investment Gruppe Dillon, Read & Co. für die damalige Rekordsumme (für Geldtransaktionen) von 146 Mio. US-Dollar. Dem Verkauf vorangegangen war das Abrutschen von Dodge in den Verkaufscharts auf Platz 5. Insofern also ein verständliches und lohnendes Geschäft.
Dodge verblieb lediglich drei Jahre im Portfolio von Dillon und Read, dann folgte der Weiterverkauf an Chrysler. Der bisherige Rivale war an den hervorragenden Produktionsstätten, dem Händlernetzwerk und dem guten Image der Marke interessiert. In den Jahren nach der Übernahme wurden immer wieder einige erfolgreiche Modelle unter dem Dodge-Label vermarktet, die Parallelen zu anderen Chrysler-Marken wie DeSoto und Plymouth führten jedoch dazu, dass die Dodge-Konturen mehr und mehr verschwanden. Dodge konnte nie wieder an die Erfolge anknüpfen, die unter Führung ihrer zwei Gründer erreicht wurden.
Als Teil von Chrysler wanderte Dodge Ende des vergangenen Jahrtausends mit in den DaimlerChrysler-Konzern und ist nach dessen Auflösung nunmehr Teil der neuen von Fiat gestützten Chrysler Group. Will die Marke überleben, muss sie einen bemerkenswerten Wandel vollziehen. Als einer der Prototypen der von den Amerikanern seit jeher geschätzten großen, schweren Autos waren sparsamer Verbrauch und Energieeffizienz bislang eher Fremdworte in der Dodge-Zentrale. Dies muss sich schleunigst ändern, wenn Dodge nicht früher oder später vom Markt verschwinden möchte.

