Jaguar
Als William Loyns 1985 im Alter von 84 Jahren starb, blickte er auf 63 Jahre an der Spitze des Jaguar-Konzerns zurück. Zwar führte er in den letzten Jahren nicht mehr die Geschäfte, aber sein künstlerischer Einfluss blieb ungebrochen. Sämtliche bis dahin produzierten Modelle entstanden auf seinem Zeichenbrett.
Angefangen hatte 1922 alles mit einem Motorrad-Seitenwagen, dessen Design bereits so beeindruckte, dass der Auto-Hersteller Austin Loyns den Auftrag gab, eine Variante ihres Erfolgsmodells Seven zu entwerfen. Einmal Blut geleckt, widmete sich Loyns fortan dem Automobil und 1931 erblickte die erste Eigenkreation das Licht der Werkshalle in Coventry.
Der SS1 (SS stand für Swallow Sidecar, dem ursprünglichen Firmennamen) avancierte unmittelbar zum Erfolgsmodell und wurde in großer Stückzahl geordert. Der Name SS hatte auch nach der Umbenennung in Jaguar 1936 als Markenbezeichnung Bestand und wurde erst nach dem Krieg wegen zur großer Assoziationen zur Deutschen SS abgelegt. Jaguar beschritt weiterhin den Erfolgsweg, indem preisgünstige Sportwagen mit auffallend schönen Formen produziert wurden und weitete sein Betätigungsfeld in Richtung Luxuslimousinen aus. Diese zwei Segmente wurden bis 1940 hergestellt, als die Autoproduktion kriegsbedingt für fünf Jahre unterbrochen wurde.
Kriegspause für Entwicklung genutzt
Diese Pause stellte sich jedoch alsbald als Glücksfall für Jaguar heraus, da sie von Loyns und seinen Ingenieuren zur Konstruktion eines 6 Zylinder-Motors mit zwei obenliegenden Nockenwellen genutzt wurde. Dieser Motor war eigentlich für eine neue Luxuslimousine geplant, deren Fertigstellung sich jedoch bis 1950 hinzog. Daher entschied Loyns, ihn in den Sportwagen XK 120 einzubauen, der bei seiner Präsentation 1948 auf der Londoner Automesse für große Begeisterung sorgte. Der Motor wurde als Basis übrigens bis 1985 verwendet – die Ingenieure hatten also wahrhaft Großes geleistet.
Weitere Entwicklungsarbeit wurde im Hinblick auf selbsttragende Karosserien geleistet, die in Großserien mehr und mehr Standard wurden. Die Ergebnisse dieser Arbeit fanden ihren Niederschlag 1961 als mit dem Jaguar E-Type eines der berühmtesten Sportautos überhaupt auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt wurde. Wie bei so vielen britischen Autoherstellern fand auch bei Jaguar die Selbstständigkeit in dieser Zeit ein Ende, nach der Verschmelzung mit diversen anderen Herstellern und Gesellschaften ging Jaguar 1968 schließlich in der später als British Leyland bekannten Gruppe auf.
Vorübergehende Verstaatlichung, Sanierung unter der Regie von John Egan, Verkauf an Ford – so liest sich das Stenogramm der 70er und 80er Jahre. Die Marke Jaguar blieb dabei stets als Mythos erhalten und erfreute sich trotz (inzwischen abgestellten) Qualitätsproblemen stets an guten Absatzzahlen. Nun ist es an der neuen Besitzerin, der Indischen Tata, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.
Modelle des Herstellers
2.5 LITRE DHC
Baujahr: 1938 - 1948
240
Baujahr: 1968 - 1969
3.6 SOVEREIGN
Baujahr: 1986 - 1989
340
Baujahr: 1968
C-TYPE
Baujahr: 1951 - 1953
Das "C" in der Typenbezeichnung steht für "Competition". Nur die Karosserie von Barou führt die Typenbezeichnung XK 120 C für einen Rennwagen, der auf Basis des Jaguar XK 120 entwickelt worden war. Jaguar nannte die Rennversion schlicht "C-Type".

