Maybach
Das Waisenkind Wilhelm Maybach erlebte seine Ausbildung in einer sozialen Ausbildungsstätte in Reutlingen. Diese hatte in technischen Dingen einen so guten Ruf, dass sich prominente Persönlichkeiten fanden, um den Kindern als Lehrer zur Verfügung zu stehen. Einer davon war Gottlieb Daimler, der den jungen Maybach entdeckte und förderte. Zahlreiche Stationen meisterten die beiden fortan gemeinsam, Ende des 19. Jahrhunderts schliesslich in der Daimler Motoren Gesellschaft, in der Maybach 1907 seine berufliche Laufbahn beendete.
Zwei Jahre später begleitete er gemeinsam mit Ferdinand Graf von Zeppelin die Gründung der Luftfahrzeug-Motorenbau Gesellschaft. Diese wurde von seinem Sohn Karl geleitet und firmiert seit 1918 als Maybach Motorenbau GmbH.
Anfangs baute Maybach noch die Motoren für die Luftschiffe des Grafen Zeppelin, doch als dies 1918 durch den Versailler Vertrag verboten wurde, schwenkte das Unternehmen auf Automobile um. 1921 hatte man einen Lieferantenvertrag mit dem holländischen Rennauto-Bauer Spyker, doch als der die Motoren nicht mehr abnehmen konnte, stieg Maybach selbst in die Konstruktion ein.
Autokonstruktion bei Maybach: Zwar widerwillig, aber dafür gründlich
So befand sich die Firma Maybach also in einer Sparte, in die sie eigentlich gar nicht wollte, legte aber beim Autobau die selbe Präzision an den Tag, wie zuvor bei den Flugzeugmotoren.
Maybach-Autos wurden ohne Karosserie geliefert, so dass es dem Motor und dem Chassis überlassen war, die Kundschaft zu begeistern. Und dies gelang in sehr beeindruckender Form. Da auch die hauptsächlich bei Spohn gefertigten Karosserien (nahezu ausnahmslos Einzelanfertigungen) für viele offene Münder sorgten, schoss der Maybach praktisch von 0 auf 100 und etablierte sich auf Anhieb als das Deutsche Luxusauto schlechthin.
Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges endete nach ca. 3000 gebauten Maybach jedoch das Märchen und wurde durch den Mythos abgelöst.
Nachdem während der Kriegszeit Panzermotoren gebaut wurden, gelang es 1945 nicht mehr, die Autoproduktion wieder in Gang zu bringen, es fehlte einfach am nötigen Geld. 1960 beendete Daimler-Benz diesen Zustand, übernahm die Maybach-Motorenwerke, benannte sie in MTU Friedrichshafen GmbH um und baute Dieselmotoren.
Anfang des nächsten Jahrtausends wurde mit der Maybach-Manufaktur eine neue Firma innerhalb der Daimler AG gegründet, die nun wieder Maybach-Autos herstellt.
Modelle des Herstellers
12
Baujahr: 1929 - 1930
DSH
Baujahr: 1930 - 1937
SPEZIALRENNWAGEN
Baujahr: 1920
Durch einige Privatleute wirde der Name Maybach für eine ganz spezielle Kategorie von Wettbewerbsfahrzeugen vergangener Tage ein Begriff im Automobilsport.
SW 35
Baujahr: 1935
SW 38 CABRIOLET
Baujahr: 1936 - 1939
SW 38 ROLLDACH-PULLMAN-LIMOUSINE
Baujahr: 1936
SW 38 SPEZIAL ROADSTER
Baujahr: 1936 - 1939
Von den Typen SW 35, SW 38 und SW42 wurden insgesamt ca. 900 Exemplare gebaut.

