Studebaker
1852 gegründet war Studebaker zweifellos einer der ältesten Hersteller der Welt. Daß sich das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit der Produktion von Autos beschäftigt hat, versteht sich von selbst, aber der Beitrag den Studebaker zur „Mobilmachung“ Amerikas geleistet hat, ist dennoch immens.
Die Wurzeln der Familie Studebaker sind im Nebel der Geschichte etwas abhanden gekommen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass John Studebaker sein Schmiedehandwerk im damals bereits für seine Klingen berühmten Solingen erlernte. In den USA widmete er sich dem Waggonbau, eine Kunstfertigkeit, die er an seine fünf Söhne Henry, Clement, John jr, Peter und Jacob weiterreichte.
Alle fünf Söhne waren später im Familienunternehmen tätig, wenn auch nicht gleichzeitig. Ab 1868 firmierten sie als Studebaker Brothers Manufacturing Company. Zu diesem Zeitpunkt kümmerten sich bereits Eisenbahn und Dampfschiffe um Fernreisen und Gütertransporte. Wer als Privatperson oder Farmer jedoch etwas auf sich hielt, fuhr eine Kutsche von Studebaker.
Automobilproduktion als logischer Schritt
Ende des 19. Jahrhunderts war das Auto schon ein allgegenwärtiges Thema, wenn auch eher noch als Zukunftsvision. Studebaker wollte seinen Status als wesentliches Transportunternehmen natürlich verteidigen und beschäftigte sich schon recht früh mit der Thematik. Studebaker glaubte an die Zukunft von Elektromotoren, musste entsprechende Projekte aber 1912 zu Gunsten der benzingetriebenen Autos beenden. Gute 30 Jahre lief die Produktion bei Studebaker erfolgreich. Die Autos waren solide und erschwinglich, der gute Name tat ein Übriges und somit zählte Studebaker durchaus zu den etablierten US-Herstellern.
Die Preisschlacht, die durch den Kampf der Giganten Ford und GM entstanden war, ging allerdings nach dem Krieg zunehmend zu Lasten der unabhängigen Firmen. Die Zeiten wurden auch für Studebaker immer schwerer. 1954 war die Finanzlage so desolat, dass eine Fusion mit einem anderen unabhängigen Unternehmen, nämlich Packard, als einzige Chance erschien. Die Zusammenarbeit hielt allerdings nur 4 Jahre und so schlitterte Studebaker wieder eigenständig in die letzten 8 Jahre seiner Automobilgeschichte.
Studebaker bestand auch nach dem Rückzug aus dem Autosektor 1966 weiter. Schon früh hatte sich das ehemalige Familienunternehmen umstrukturiert und in andere Branchen hinein expandiert. Auch Ende 2009 existiert noch ein kleiner Finanzdienstleister in New York mit dem Namen Studebaker.
Wer heutzutage einen Studebaker sein Eigen nennt, wird vielleicht keinen besonders schönen oder technisch hochwertigen Wagen besitzen. Dafür aber ein echtes Stück amerikanischer Geschichte.
Modelle des Herstellers
AVANTI
Baujahr: 1962 - 1964
"Avanti" stand für "Fortschritt, da das Fahrzeug serienmäßig mit Scheibenbremsen und auf Wunsch mit Sicherheitsgurten und Überrollbügel ausgestattet war. Auch die glatte Front ohne Kühlergrill galt als fortschrittlich.

