Sunbeam
1888 von John Marston im englischen Wolverhampton gegründet, beschäftigte sich Sunbeam anfangs mit der Herstellung von Fahr- und Motorrädern, bevor das Unternehmen zur Jahrhundertwende in die Autoproduktion einstieg.
Der Erstling namens Mabley war dabei alles andere als ein Erfolgsmodell, lediglich ca. 400 Modelle konnten in gut 3 Jahren verkauft werden. Aber Sunbeam lernte aus seinen Fehlern und machte insbesondere unter dem seit 1909 tätigen Designer Louis Coatalen schnell Fortschritte. Coatalen forcierte auch das Engagement im Rennsport, wo der Name Sunbeam insbesondere im Hinblick auf Geschwindigkeitsrekorde einen guten Ruf erhielt.
Während des ersten Weltkrieges setzte die Produktion von Personenwagen aus. LKW und Krankenwagen wurden von der Sunbeam Motorcar Company produziert, darüber hinaus widmete man sich einem neuen Betätigungsfeld. Wie bei so vielen anderen Autoherstellern auch gerieten Planung und Bau von Flugzeugmotoren in den Fokus. Darüber hinaus versuchte sich Sunbeam gar an ganzen Bombern und hatte bis Ende des 1. Weltkrieges mehr als 500 Flugzeuge gebaut.
Wiederaufnahme der Autoproduktion mit Darracq-Talbot
1920 fusionierte Sunbeam mit der Firma des Franzosen Alexandre Darracq, der zuvor schon bei Opel und Alfa Romeo tätig war. Darracq hatte den Englischen Autobauer Talbot übernommen und so entstand das Konglomerat Sunbeam-Talbot-Darracq, abgekürzt STD.
Vor dem Krieg hatte man noch Rolls-Royce als Maßstab auserkoren (Sunbeam wollte nur nicht ganz so pompös erscheinen) und daran setzte STD auch nach dem Krieg an. Nobellimousinen bildeten fortan den Kern des Sunbeam-Portfolio, aber das war Louis Coatalen nicht genug. Er wollte zurück zum Rennsport und insbesondere die Jagd nach neuen Geschwindigkeitsrekorden wieder aufnehmen. Er selbst steuerte 1927 einen Sunbeam 100hp, der es auf knapp 330 km/h brachte.
Sunbeam hatte sich den Ruf erarbeitet luxuriöse, zuverlässige Autos zu bauen und zusätzlich sorgten Erfolge auf der Rennstrecke für ein gutes Image. Das Unternehmen machte eigentlich alles richtig. Doch dies reichte nicht, um die wirtschaftlich schweren Zeiten Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre zu überstehen. 1935 wurde STD vom Konkurrenten Rootes übernommen.
Unter dem Markennamen Sunbeam-Talbot, später auch Talbot-Sunbeam, wurden von der Rootes-Gruppe zahlreiche Modelle hergestellt, diese hatten allerdings mit den ursprünglichen Sunbeam nichts mehr gemein. Wie auch in der British Leyland befanden sich in der Rootes-Gruppe diverse Marken, deren Konturen sich zu Gunsten preisgünstiger Produktionsprozesse allmählich auflösten.
1964 übernahm Chrysler die Aktienmehrheit, um Chrysler Europe zu bilden. Deren Überreste übernahm 1978 die französische PSA (Peugeot/Citroën). Beide Unternehmen brachten Modelle unter dem Sunbeam-Label auf den Markt, aber Anfang der 80er Jahre endete die Produktion der Sunbeam endgültig.

