Trabant
Beim Trabant handelt es sich um das ostdeutsche Gegenstück zum westdeutschen Käfer. Der Trabant war als Volkswagen im klassischen Sinne gedacht, klein und günstig sollte er also sein. Als Produktionsstätten hatte man die Werke der ehemals in der alten Auto Union vereinten Firmen Audi und Horch ausgewählt. Beide wurden dem „Volksbesitz“ übergeben und fusionierten zu den VEB Sachsenring Automobilwerken Zwickau.
1954 wurde im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Chemnitz mit den Planungen zum Trabant begonnen. 600 kg durfte er wiegen, 5 Liter verbrauchen und nicht teurer sein als 4.000 Mark. Unter diesen Vorgaben wurde noch 1954 der erste Prototyp vorgestellt. Bei der Verwendung des für die Karosserie ausgesuchten Kunststoffes kam es jedoch zu erheblichen Problemen, so dass doch auf Blech zurückgegriffen wurde. Da Metall aufgrund der Knappheit jedoch keine Alternative zum Kunststoff darstellte, musste der Prototyp als Misserfolg eingestuft werden. Die baldige Markteinführung war also kein Thema, stattdessen wurde weiter geforscht und nach drei Jahren war man in Zwickau (die VEB hatte die Entwicklung nach dem Fehlschlag übernommen) soweit und präsentierte den P50 (später P500) als erstes Trabant-Modell.
Imagewandel im Laufe der Zeit
Für die DDR-Regierung war dies ein großer Erfolg, wollte man mit dem Trabant doch demonstrieren, dass man mit dem Westen und dessen einsetzendem Wirtschaftswunder auf Augenhöhe war. So lehnte man sich also zurück, genoss und vergaß über die Jahre die Weiterentwicklung. Zunehmend vom technischen Fortschritt der westlichen Welt abgeschnitten, war der „Trabbi“ immer weniger zeitgemäß, aber den Bürgern der DDR blieb ja schließlich keine große Auswahl (lediglich der Wartburg stand noch zur Verfügung). So sparte man und wartete auf den Trabant und füllte somit die Auftragsbücher der VEB in Zwickau bis zum Bersten.
„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ hat Michail Gorbachov einst gesagt und dies trifft auch im Falle Trabant zu. Denn schließlich hatte man ein Einsehen und plante tatsächlich die Produktion eines ganz neuen Trabant. Mit Hilfe von Volkswagen und deren Polo-Motor wurde 1989 der 1.1 vorgestellt. Mitte 90 war Produktionsstart, doch zu diesem Zeitpunkt war die Wirtschafts- und Sozialunion mit der alten BRD bereits in Kraft. Was folgte war ein Verkaufs-Desaster. Nach nicht einmal einem Jahr endete die Produktion des 1.1 und damit auch des letzten Trabant.
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