Wolseley
Herbert Austin, Gründer des gleichnamigen Autoherstellers, arbeitete kurz vor der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert als leitender Angestellter der Wolseley Sheep Shearing Company, einem ursprünglich vom Iren Frederick Wolseley in Australien gegründeten Unternehmen.
Austin experimentierte mit einigen Automodellen herum, die sich zwar nicht verkaufen ließen, das Management aber ermutigten, es einmal in der Automobilbranche zu versuchen. 1901 wurde somit die später in Wolseley Motor Company benannte Firma gegründet, die ihre Geschichte gleich einmal mit einer Übernahme begann. Die Siddeley Autocar Company wurde geschluckt und deren Besitzer, John Siddeley, als Nachfolger des ausgeschiedenen Herbert Austin zum Leiter des Unternehmens bestellt.
Grenzenlose Expansion schien danach das Motto bei Wolseley zu sein. Firmen wurden übernommen, internationale Produktionsstätten erschlossen und auch die Autos wurden immer größer, schneller und schöner. Erwähnt werden soll hier auch, dass eine Kooperation zwischen Wolseley und dem japanischen Schiffsbauer Ishikawajima zu der heute als Isuzu bekannten Marke bzw. Firma führte.
Der eine Aspekt, der bei all der Entwicklung von Wolseley nicht Schritt halten konnte, war der Umsatz. Bereits 1926 musste man überschuldet aufgeben. William Morris übernahm Wolseley, führte dieses später als Marke seiner Morris Motor Company, die ab 1938 als Nuffield Organisation firmierte. 1969 ging die Nuffield Organisation wiederum in der British Leyland auf und nach wie vor wurden Wolseleys produziert. Zumindest bis 1975 als sämtliche bislang als Wolseley bekannten Autos in Princess umbenannt wurden.
Die Markenrechte an Wolseley liegen heute bei der chinesischen Nanjing, die althergebrachte Wolseley Sheep Shearing existiert hingegen immer noch.

